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SQLBits 2026

SQLBits 2026 – Unsere Highlights

Dieses Jahr nahmen wir zum ersten Mal an der SQLBits teil, einer der populärsten Konferenzen für Data Professionals. Diese findet jedes Jahr in Grossbritannien statt und heuer im ICC in Wales. SQLBits ist mehr als eine Fachkonferenz: Sie vereint hunderte Data Professionals rund um die Microsoft Data Platform: mit Sessions, die vom tiefen SQL-Tuning bis zu modernen KI-Architekturen reichen. Was den Event besonders macht, ist die Kombination aus ernsthafter Wissensvermittlung und einer Atmosphäre, die man so bei kaum einem anderen Tech-Event findet. Thematische Jahres-Mottos, Abendveranstaltungen und eine offene Community machen SQLBits für viele zum Highlight des Jahres. Wir haben die Veranstaltung an zwei Tagen besucht und fassen hier unsere Highlights zusammen.

Adrian: Fähigkeiten und Methoden

Ich habe mich bei der Session-Auswahl weniger für technsiche Deep-Dives entschieden, dafür mehr für Analytics-Skills und konkrete Report-Erstellungen. Jegliche Azure- und SQL-Themen sind mir aktuell etwas zu fern. Aber wenn es um Themen geht, wie Reports effizienter erstellt werden, welche Fähigkeiten Mitarbeitende können müssen und wie KI all die Themen rund um Analytics verändert, finde ich meinen Praxisbezug.

Data Literacy: Navigating Your Way to Data-Driven Success!

Die Fähigkeiten, Daten zu lesen/interpretieren und mit Daten zu kommunizieren, beschreibt (sehr grob) was wir als Data-Literacy (oder Datenkompetenzen) verstehen. Mir hat die Session von Valerie Junk und Reitse Eskens sehr gefallen, da sie mir gut aufgezeigt hat, dass wir unterschiedliche Gruppen von Mitarbeitenden mit unterschiedlichen Datenkompetenz-Bedürfnissen haben.

Die Frage bleibt aber immer: wie denn nun konkret Data Literacy umgesetzt werden kann. Hier teilen sie unsere Empfehlung: “think big, start small”. Sie legten nahe, beispielsweise mit einer Abteilung, einer Hierarchiestufe, mit einer bestimmten Fähigkeit (z.B. Storytelling), oder eben fokussiert mit einer Kompetenz-Stufe zu starten. Damit lässt sich fokussierter starten, Erfahrungen sammeln und auf das grosse Ziel hin zu arbeiten.

Vorgehen zum Erstellen eines  Berichts

Verschiedene Sessions haben sich dem Thema gewidmet, wie man vorgehen sollte, um einen Bericht zu erstellen, der auch wirklich verwendet wird. So hat mir die Session von Martynas Jočys gefallen, da er sehr anschaulich nebst all den Design Principals und Visualisierungstipps stark auf einen guten (Papier-) Plan eines Dashbaords hingewiesen hat. Leslie Welch hat hier angeknüpft und einen agilen Ansatz vorgestellt, wie man schnell Feedback bekommt, ohne den ganzen Bericht fertigstellen zu müssen. Sie hat auch den Umstand benannt, dass wir oft dazu neigen, bei der Anforderungsaufnahme Annahmen zu erstellen. Auch Shubhangi Goyal hat eine papierbasierte Skizze eines Dashboards als Start empfohlen und auf eine belastbare Anforderungsaufnahme verwiesen. Aber auch nach Produktivschaltung sollen wiederkehrende Feedbacks eingeholt werden (beispielsweise mit Fragen wie “wenn du ein Elemement vom Report entfernen musst, welches wäre dies?”), damit der Nutzungsgrad hoch bleibt (oder verbessert werden kann).

Künstliche Intelligenz und Power BI

Auffällig fand ich, wie oft in Sessions Anthropics Claude verwendet oder genannt wurde. Wohlgemerkt, die SQLBits ist eine Community-Konferenz. Aber Microsoft als Hauptsponsor und auch gewisse Sessions von Microsoft selbst hätten mich annehmen lassen, dass CoPilot präsenter sein müsste. Die Offenheit gegenüber Nicht-Microsoft LLMs fand ich von dem her sehr willkommen. Künstliche Intelligenz war in vielen Session ein Thema: Da wurden neue Visuals für Power BI, Wireframes oder ganze Semantic-Model-Dokumentationen mit KI erstellt. Anna-Maria Wykes zeigte, wie sie mit KI eine grosse Anzahl von Spark-Pipelines nach Databricks migrierte und damit viel Zeit sparen konnte. Dominik Leu hat die Möglichkeiten in der letzten Session der Konferenz gut zusammengefasst: Es gibt viele Arbeiten, welche die KI sehr gut erledigen kann. Es gibt aber auch Dinge, welche die KI aus verschiedenen Gründen nicht (oder noch nicht) erledigen kann. Womit auch mein Bild der Realität bestätigt wurde.

Andrea: Fokus SQL Server

Ich habe mich gezielt auf Sessions zu SQL Server Fundamentals fokussiert. Ich arbeite bei verschiedenen Kunden mit MS SQL und wollte mir die neuesten Features zu SQL Server 2025 oder SSMS 2022 nicht entgehen lassen. Und dennoch zeigt sich: Die DB-Welt revolutioniert sich nicht im Eiltempo. Konzepte sind oft dieselben wie noch in etlichen Versionen zuvor. Umso wichtiger ist es, das Handwerk zu beherrschen.

Deep Dive Table Partitioning

Gleich zu Beginn habe ich eine Doppel-Session zum Thema Table Partitioning besucht. Referentin Margarita Naumova ging gleich zu Beginn darauf ein, sich zuerst Gedanken über die “Maintenance” von Table Partitioning zu machen und erst im zweiten Schritt über Performance. Grosse Tabellen bedeuten nicht automatisch, dass Partitionen sinnvoll sind. Komplexität und Use Cases (wie finden Abfragen auf die potentiellen Partitionen statt) sind entscheidende Faktoren, ob sich Partitionen lohnen oder ob das gezielte Verwenden von Indexen besser wäre. Ein Deep Dive in die Syntax, “Pitfalls” und worauf zu achten ist, zeigen, wie mächtig Table Partitioning ist, wenn man es anwenden kann.

Index Tuning kann Spass machen

Mit langsamen Datenbank-Abfragen sind wir immer wieder konfrontiert und nicht selten landet man im Execution Plan, um herauszufinden, wo man optimieren kann. Meistens ist das eine Herausforderung mit hoher Komplexität und zeitlichem Druck: Niemand will lange auf seine Daten warten. Index Tuning macht dann Spass, wenn man Brent Ozar zuschauen kann, wie er auf humorvolle und interaktive Weise an das Thema ran geht. Wie viel Potential bei einfachsten Queries entsteht, wenn man die Indexe richtig setzt, ist immer wieder erstaunlich. Die kleinste Änderung in der WHERE-Clause und schon entscheidet sich SQL Server zu einem anderen Execution Plan. Und eine neue Erkenntnis für mich: Die erste Ausführung einer Stored Procedure definiert den Execution Plan (egal ob die Parameter sinnvoll sind oder nicht) und dieser wird für alle nachfolgenden Ausführungen verwendet (Stichwort Parameter Sniffing). Hier nehme ich definitiv mit, mich erneut mit den Basics auseinander zu setzen, denn die Konzepte sind alles andere als neu und nach wie vor ein “Game Changer”, wenn es um Performance geht.

SQL und AI

AI ist natürlich auch an dieser Konferenz ein Thema, wenn auch nicht gleich präsent, wie bei anderen (was ich persönlich sehr schätze). Dennoch führen AI-Integrationen bei Datenbank-Technologien auch hier zu einem Mehrwert, den wir im Auge behalten sollen. Sei dies zur Unterstützung bei der Erstellung von Queries oder Analyse von Performance Issues. Die Möglichkeiten sind so vielfältig wie die Angebote an Modellen und Apps. Wenn die Neuerungen zum Thema SQL und AI von Datenbank-Ikone Bob Ward präsentiert werden, dann ist wahrscheinlich auch der letzte Skeptiker motiviert. Eine spannende Panel Discussion über die Zukunft von Data Professionals zeigt zudem, dass Data Professionals den Änderungen am Markt offen gegenübertreten müssen. “Die einzige Konstanz im Leben ist die Veränderung”.

Fazit zur SQLBits 2026

Für uns hat sich der Ausflug nach Wales gelohnt. Der Mix zwischen Deep Dives, Innovationen und unterhaltsamen Sessions ist ganz nach unserem Geschmack. Die lockere Community inkl. legendärer Friday Night Costume Party trägt wesentlich dazu bei, sich wohl zu fühlen.