7 Tipps bei der Auswahl von Charts

Kernelement aller Dashboards sind Charts. Sie erzählen die Geschichte der Daten und präsentieren rohe Werte in anschaulichen, leicht verständlichen Grafiken. Im Idealfall erkennt man die Aussage auf den ersten Blick oder man hat bei interaktiven Dashboards die Möglichkeit, mit den Daten zu spielen. In beiden Fällen ist ein gut aufbereitetes Dashboard wichtig: Nicht überladen mit zu vielen Informationen/Grafiken, Zielgruppen-gerecht und mit einem ansprechenden Design.

 

In diesem Beitrag geht es um ein paar einfach Handhabungen bei der Auswahl und Aufbereitung der geeigneten Charts innerhalb von Dashboards. Je nach unterliegenden Daten und beabsichtigter Aussage eignen sich einige Chart-Typen besser als andere. Auf der einen Seite spielt der persönliche Geschmack eine Rolle, auf der anderen Seite gibt es aber auch ein paar Best Practice, die man unbedingt beachten soll – auch wenn eine Grafik noch so einfach ist. Und manchmal ist weniger mehr. Hier ein paar Hinweise bei der Erstellung von Charts.

1. Vergleiche: Probiert Bar Charts anstelle von Pie Charts

Pie Charts sind beliebt, aber leider oftmals nicht die beste Wahl, vor allem bei Vergleichen. Pie Charts zeigen anhand von einzelnen «Kuchenstücken», wie der Anteil zum Ganzen ist (sei das in Prozent als auch absolut). Man erkennt aber die feinen Unterschiede sehr schlecht, gerade wenn die Unterschiede nicht allzu gross sind. Folgendes Beispiel zeigt eine Verteilung von Produkten in einem Pie Chart und in einem Bar Chart.

pie chart vs. bar chart

Die Nuancen sind schneller ersichtlich, wenn die Daten in einem Bar Chart dargestellt werden. Ein Vergleich kann somit auf den ersten Blick gemacht werden. Zudem ist es dann auch möglich mehr als nur 5 – 6 Kategorien zu vergleichen – etwas, das ein Pie Chart überfordert oder zumindest unser Auge.

2. Vergleiche über die Zeit: Line Chart oder Bar Chart

Bei Vergleichen über die Zeit, z.B. Tage, Monate oder Jahre eignen sich Charts mit einer X und Y-Achse. Bei wenigen Datenpunkten oder grossen Unterschieden eignet sich ein Bar Chart, bei vielen Punkten ein Line Chart. Zum Beispiel können Jahresvergleiche von wenigen Jahren als Bar Chart dargestellt werden. Die Jahre 2016, 2017, 2018 und 2019 sind wenige Datenpunkte und werden somit nicht als Line Chart dargestellt. Wenn aber für jeden Tag innerhalb des Jahres ein Datenwert besteht, dann sind so viele Punkte vorhanden, dass ein Line Chart besser geeignet ist, da wir nicht 5 * 365 Datenwerte als Bars darstellen möchten. 

3. Anteil am Ganzen: Auch das geht ohne Pie Chart

Bei wenigen Kategorien hat eine Pie Chart durchaus ihre Berechtigung. Dennoch und vor allem bei mehr als 5 – 6 Kategorien würde sich eine bessere Alternative anbieten: Treemap.

pie chart vs. tree map

Mit einer Treemap können wir mehrere Kategorien übersichtlicher darstellen. Wenn es allgemein zu viele Kategorien sind (auch bei der Treemap), dann sollte man die kleinen Werte zusammenfassen und als «Andere» oder «Übrige» in einer Kategorie darstellen.

4. Scatter Plot: Mehr als nur zwei Dimensionen

Ein Scatter Plot zeigt eine Verteilung von zwei numerischen Dimensionen an, also einer X und einer Y-Achse (z.B. Anzal, Preis, etc.). Aus so einer Grafik lässt sich schnell ein Muster erkennen, sollten die beiden Werte miteinander korrelieren. Mit einem Scatter Plot lassen sich aber mehr als nur zwei Dimensionen in den Achsen darstellen. Eine beliebte Variante ist der Bubble Chart, welche eigentlich ein Scatter Plot ist, aber mit der Grösse der Bubbles eine weitere Dimension hinzufügt: Je grösser der Bubble, desto höher der Wert.

bubble chart

Es können noch mehr Dimensionen hinzugefügt werden, z.B. mit dem Grad der Schattierung (dunkel / hell), verschiedene Farben für verschiedene Kategorien oder verschiedene Formen für verschiedene Kategorien. Aber auch hier gilt: Die Grafik sollte noch lesbar sein. Man kann öfters mal eine zusätzliche Grafik erstellen, als alles in eine zu quetschen.

5. 3D-Effekt ist überflüssig

Eine Grafik wird nicht besser, wenn sie in 3D dargestellt wird. Was mit Excel in den 90er Jahre witzig war, sollte heute vermieden werden, denn es lenkt von der Aussage ab und bringt keinen Mehrwert.

6. Vorsicht bei der Farbe

Es gibt viele Gründe, warum mit Farben behutsam umgegangen werden soll: Einige Farben haben implizit eine Aussage, einige Menschen können Farben teilweise schlecht unterscheiden oder zu viele unterschiedliche Farben können verwirren. Für verschiedene Kategorien werden verschiedene Farben verwendet. Die Anzahl der Farben sollte aber (wenn möglich) klein gehalten werden und sollten sich unterscheiden (und der Ästhet in uns wünscht sich Farben, die harmonisieren). Weitere Tipps zum Umgang mit Farben in Dashboards.

7. Einfach mal eine Zahl stehen lassen

Wenn eine bestimmte Zahl (Prozentsatz oder absoluter Wert) eine wichtige Aussage hat, dann lohnt es sich auch, mal einfach eine Zahl roh anzuzeigen, anstatt es in eine Grafik zu verpacken.

raw number

Es sind oft kleine Dinge, die einen entscheidenden Unterschied machen, wie gut eine Grafik gelesen und interpretiert werden kann. Die genannten Punkte beschreiben allesamt Basis-Arten von Charts, die mit jeglichen Tools erstellt werden können. Natürlich darf man auch kreativ werden und man darf auch mal etwas wagen und Charts benutzen, die über die Basis hinausgehen. Wichtig ist immer, dass die Informationsvermittlung im Fokus steht. Es nützen die schönsten und kreativsten Grafiken wenig, wenn die Message nicht übermittelt werden kann. In dem Sinne: Lassen wir unsere Daten sprechen!