Process Mining in der Logistik

Logistik-Prozesse werden heute in fast allen Unternehmen durch IT-Anwendungen unterstützt. Gerade wenn die Logistik ein zentraler Bestandteil der Leistungserbringung ist, werden Daten zu jedem Prozessschritt erfasst. Entsprechend gross ist auch das Interesse, die Durchlaufzeit und die Kosten dieser Prozesse zu optimieren. Solche Analysen fokussieren hierbei nicht nur auf das eigene Unternehmen, sondern können die ganze Lieferkette umfassen.

Cash-to-Cash Cycle Time

Treiber für Prozessoptimierungen gibt es Verschiedenste. Von externer Seite ist es der Kunde, der eine schnellere Lieferung wünscht (Zeit) - intern gilt es die Prozesskosten zu senken und finanzielle Ressourcen möglichst effizient zu nutzen (Geld). Letzteres wird gerne mit der Cash-to-Cash Cycle Time angegeben. Die Kennzahl beschreibt die Zeitdauer, wie lange eingesetztes Kapital von der Bezahlung des Materials bis zur Bezahlung durch den Kunden gebunden ist. (Quelle: Grundzüge der Beschaffung, Produktion und Logistik, Kummer et al., 2018)

Cash-to-Cash Cycle Time
Cash-to-Cash Cycle Time

Die Cash-to-Cash Cycle Time ist die Summe der unteren Durchlaufzeiten (Eingangslager, Leistungserbringung, Ausgangslager und Kundenforderungen) abzüglich den Lieferantenverbindlichkeiten. Wie die Grafik zeigt, gibt es für die Optimierung dieser Kennzahl 5 verschiedene Optimierungen:

  1. Verlängerung des Lieferantenzahlungszieles
  2. Beschleunigung der Kundenzahlung
  3. Verringerung der Durchlaufzeit im Eingangslager
  4. Verringerung der Durchlaufzeit der Leistungserstellung
  5. Verringerung der Durchlaufzeit im Ausgangslager

Während die ersten Beiden mittels Vereinbarungen zwischen den jeweiligen Parteien lösbar ist (Zahlungsziele definieren, oder Anreize für frühere Bezahlung schaffen), lässt sich bei den realwirtschaftlichen Massnahmen (Punkte 3-5) durch Prozessoptimierungen die Cash-to-Cash Cycle Time verbessern. Wenn die Einlagerung von Materiallieferungen schneller erfolgt, kann die Leistungserstellung eher starten; Wenn die Leistungserstellung in kürzerer Zeit durchgeführt werden kann, ist eine Auslieferung an den Kunden schneller möglich; Wenn die Auslieferung an den Kunden schneller erfolgt, hat der Kunde seine Zahlung eher zu tätigen.

Prozessanalyse als erster Schritt zur Prozessoptimierung

Prozesse lassen sich nur dann nachhaltig optimieren, wenn man deren Engpässe oder allfällige unnötige Prozess-Schritte kennt. Da Logistikprozesse IT-unterstützt ablaufen, gibt es genügend Daten, welche für Process Mining verwendet werden können. Es müssen somit keine neuen Daten erhoben werden, sondern es lässt sich mit den bereits vorhandenen Daten aus den jeweiligen Systemen eine Analyse der IST-Situation erstellen.

 

 

Wollen Sie mehr über Process Mining erfahren? Dann lohnt sich ein Blick in unser Dokument «Process Mining in Transport und Logistik», welches das Thema kurz und kompakt zusammenfasst.

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Process Mining in Transport und Logistik
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Autor: Adrian Bucher