Process Mining im Handel

Process Mining ist mit seinem Daten-basierenden Analyseansatz Branchen-unabhängig. Das heisst, sobald für die Abbildung eines Prozesses Daten vorhanden sind, können diese mittels Process Mining analysiert werden. Je nach Branche gibt es aber unterschiedliche Kernprozesse, die spannend zu analysieren sind und deren Optimierung zu grossen Einsparungen führen können. In diesem Beitrag stellen wir wichtige Prozesse im (Einzel-) Handel vor.

Der Einkauf – Purchase-to-Pay (P2P)

Der Einkaufsprozess ist DER Klassiker unter den Prozessen, die man im Process Mining analysieren möchte. Grund dafür ist, dass hier aufgrund der grossen Menge an Bestellungen (Fällen) unmittelbar Optimierungspotential identifiziert werden kann. 

Im Handel ist der Einkauf einer der Kernprozesse und wird mit hoher Wahrscheinlichkeit durch ein zentrales System unterstützt. Dieses System liefert die nötigen Informationen für eine datenbasierte Prozessanalyse. Durch das Zusammenführen der verschiedenen Zeitstempel (Bestellanforderung angelegt, Bestellung angelegt, Wareneingang, …) kann ein Ereignisprotokoll zusammengestellt werden, das alle Bestellungen auflistet.

 

Mit Process Mining soll analysiert werden, wo lange Durchlaufzeiten entstehen, wo Schritte mehrfach ausgeführt werden, wo unnötige Schritte ausgeführt werden oder wo gar eine Ware zwar bezahlt, jedoch nie ausgeliefert worden ist. Denn der oben abgebildete Prozess entspricht zwar den Erwartungen (Soll-Prozess), jedoch oft nicht der Realität (Ist-Prozess). Erst durch die Analyse der unterliegenden Daten wird aufgezeigt, wie die Prozesse tatsächlich ablaufen und wo Optimierungspotential besteht.

Der Verkauf – Order-to-Cash (O2C)

Während der Purchase-to-Pay die Beschaffungsseite abbildet, befasst sich der Order-to-Cash mit dem anderen Ende im Handel: dem Vertrieb. Der Prozess der Kundenbestellung, über die Lieferung und die Zahlung ist ebenso zentral wie die Einkaufsseite. Eine Optimierung bietet nicht nur Kosteneinsparungen, sondern bei effizienterer Ablieferung auch eine höhere Kundenzufriedenheit.

 

 

Interessante Erkenntnisse beim Verkaufsprozess sind lange Lieferzeiten, späte Zahlungen, Retouren oder Änderungen bei der Bestellung. Das sind alles Faktoren, welche die Gesamt-Durchlaufzeit des Prozesses erhöhen – egal ob der Schritt auf Kundenseite oder bei den eigenen Ressourcen liegt. Wenn man nicht weiss, wo die Engpässe sind, kann man sie auch nicht beheben.

Weitere Informationen

Das sind nur zwei Beispiele von Prozessen im Handel, bei denen es sich lohnt, die unterliegenden Daten genauer zu untersuchen. Informationen zum Thema «Process Mining – Handel» finden Sie kurz und kompakt hier zum Downloaden.

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Process Mining im Handel
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Autor: Adrian Bucher